Vorstellung der Ergebnisse im Gemeinderat "Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang"

Sandra Temme und Nils Pasternak
Sandra Temme und Nils Pasternak

„Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang" – unter diesem Motto standen im vergangenen Jahr vier Veranstaltungen zum Thema Inklusion. Nils Pasternak von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe und Sandra Temme von den Ambulanten Hilfen der Diakonie Pfingstweid präsentierten die Ergebnisse im Gemeinderat. Bürgermeister Bruno Walter und die Stadträte aller Fraktionen signalisierten die Bereitschaft, gerne weiter am Gelingen der Inklusion in Tettnang zu arbeiten.

Die Welt von Kindern und Jugendlichen, die Lebenslage der Senioren, das Arbeitsleben und die Gesundheit – jeder der vier Themenabende setzte einen anderen Schwerpunkt. Im Gemeinderat erinnerte Sandra Temme an die Ziele des Projekts „Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang". An erster Stelle gehe es darum, die Inklusion von Menschen mit Behinderung gezielt zu fördern. „Vernetzungen anzubahnen, den Sozialraum und das bürgerschaftliche Engagement zu aktivieren sind weitere Ziele", so Sandra Temme. Besonders im Blick sei dabei die Mitbestimmung und Mitwirkung von Menschen mit Behinderung.

Nils Pasternak erläuterte die Ergebnisse der Inklusionsveranstaltungen. So schlugen Jugendliche eine Bürgermappe der Stadt in Leichter Sprache, Sportangebote ohne Leistungsdruck und einen Ausbau der ehrenamtlichen Begleitung vor. „Insgesamt wollen junge Menschen besser über Angebote informiert werden", so Pasternak. Senioren wünschen sich insbesondere einen Ausbau des ÖPNV. Auch ein Begleitservice zum Einkaufen, jemand, der im Bus beim Ein- und Aussteigen hilft und Klingeln an Geschäften mit Treppen wurden als Verbesserungsvorschläge genannt.

Für den Bereich Arbeit berichtete Pasternak, dass in den Betrieben das Interesse an Praktikanten mit Behinderung geweckt werden sollte. Die Stadt Tettnang könnte dabei eine Vermittlerrolle spielen. Mit Blick auf die Barrierefreiheit – ein Aspekt des Themenbereichs Gesundheit – sei Tettnang gut ausgestattet. Wünschenswert sei auch hier ein Ausbau der ehrenamtlichen Begleitung, zum Beispiel zum Arzt oder zu Sportgruppen. „Genannt wurde die Tettnanger Bürgerstiftung um dem Geldmangel zu begegnen", berichtete Pasternak.

Bürgermeister Bruno Walter
Bürgermeister Bruno Walter

Deutlich wurde, dass Veränderungen im Sinne der Inklusion das Leben nicht nur für Menschen mit Behinderung einfacher machen. „Davon profitieren auch Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund", unterstrich Bürgermeister Bruno Walter. In den kommenden Wochen gehe es darum, aus den Ergebnissen konkrete Aufgaben für die Stadt herauszufiltern. Der Ausschuss für Jugend, Schulen und Kindertagesstätten werde sich des Themas annehmen.

Hansjörg Bär (Freie Wähler) sagte, dass die Präsentation zum Nachdenken anrege. „Sie zeigt, was bisher ohne bösen Willen versäumt wurde." Zusätzlich in den Haushalt eingestelltes Geld sei im Sinne der Inklusion sicher gut angelegt. Für Hans Schöpf (Grüne) trägt Inklusion dazu bei, Sozialkompetenz auszubauen. Sylvia Zwisler (CDU) zeigte sich erfreut, wie engagiert die Menschen mit Behinderung an den vier Themenabenden waren und wie viele gute Ideen sie hatten. Hermann König (SPD) regte an, dass sie sich stärker einbringen und ehrenamtlich engagieren. Nils Pasternak sagte, dass die Bereitschaft durchaus da sei. „Vorstellen könnte ich mir zum Beispiel die Mitarbeit von Menschen mit leichtem Handicap beim Begleitservice oder bei der Ein- und Ausstiegshilfe im Bus für Senioren."

Claudia Wörner

Info:
„Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang" ist ein Projekt im Rahmen des Programms „Gemeinsam sind wir bunt" des Baden-Württembergischen Sozialministeriums. Projektpartner waren die Stadt Tettnang, die St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau und die Diakonie Pfingstweid. Bei den Themenabenden waren unter anderem der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, die Arkade Pauline 13 und der Integrationsfachdienst als Projektpartner mit im Boot. Gastgeber war die Stadtbücherei Tettnang. Flankiert wird das Projekt von der Initiative „DuIchWir. Alle inklusive." des Sozialministeriums Baden-Württemberg.

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