Landtagsabgeordnete der Grünen informieren sich über Weiterentwicklung

Vorstand Lars Kehling begrüßt

Die Dezentralisierungspläne der Diakonie Pfingstweid nehmen immer konkretere Formen an. Im Frühjahr ist der Spatenstich für ein Wohnhaus in Salem geplant, Ende 2017, spätestens 2018, soll’s dann auch in Tettnang an der Weinstraße soweit sein. Unter anderem über diese Pläne haben sich am Dienstag bei einem Ortstermin in Pfingstweid Sozialpolitiker der Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen informiert.

Brigitte Lösch (Mitte) mit Astrid Stephan und Thomas Poreski
Brigitte Lösch (Mitte) mit Astrid Stephan und Thomas Poreski

Wenige Wochen nach dem Präsidenten hat nun auch die Vize-Präsidentin des baden-württembergischen Landtags der Diakonie Pfingstweid einen Besuch abgestattet. Im Zuge ihrer Fraktionsklausur in Konstanz besichtigte Brigitte Lösch zusammen mit ihren Kollegen Manne Lucha und Thomas Poreski die Einrichtung, die sich nicht zuletzt aufgrund der Vorgaben der 2009 in Kraft getretenen Landesheimbauverordnung in einem gewaltigen Umbruchprozess befindet.

In der Schreinerei
In der Schreinerei

Den aktuellen Umbruch in der Behindertenhilfe generell überschrieb Manne Lucha mit dem Ziel, aus Betroffenen Beteiligte zu machen und für die Klienten eine ideale Form der Teilhabe zu ermöglichen. Ein Baustein dieser Teilhabe ist, dass immer mehr Menschen mit Behinderung nicht mehr in abgeschotteten Heimen leben sollen, sondern dort, wo sie umgeben sind von Menschen ohne Behinderung, nicht am Rand der Städte und Gemeinden, sondern mittendrin. Für die Diakonie Pfingstweid ist das nichts Neues. Das erste Wohnhaus außerhalb Pfingstweids hat sie bereits Ende der 1980er-Jahre in Friedrichshafen in Betrieb genommen.

Die Landesheimbauverordnung führt nun zu einer deutlichen Verstärkung der Dezentralisierung. Die Zielvorgabe für die Diakonie Pfingstweid bis 2021 lautet, dass dann nur noch 90 Klienten am Standort Pfingstweid leben und 90 außerhalb der Einrichtung, in Wohnhäusern wie sie als nächstes in Salem (18 Plätze) und danach an der Weinstraße in Tettnang (15 Plätze) geplant sind. Die ursprünglichen Sanierungs- und Umbaupläne für das ehemalige Panoramahotel sind mittlerweile allerdings ad acta gelegt. Stattdessen plant die Diakonie nun Abriss und Neubau. Das zuvor angemietete Grundstück hat sie mittlerweile erworben. Vorstand Lars Kehling geht derzeit von einem Baubeginn Ende 2017 aus. Der könnte sich nochmal um maximal ein Jahr verzögern, falls das bestehende Gebäude doch noch übergangsweise für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden kann. Nachdem diese Idee aufgrund des baulichen Zustands vor Monaten zunächst aufgegeben wurde, laufen derzeit neue Untersuchungen, wie hoch der Aufwand wäre, das Gebäude oder Teile davon bewohnbar zu machen. Die Stadt könnte es dann gegebenenfalls nutzen, um die Zeit zu überbrücken, bis neuer Wohnraum für die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern geschaffen ist.

Rundgang zu den Mobilen Hühnerställen
Rundgang zu den Mobilen Hühnerställen

Der könnte wiederum auch in Pfingstweid entstehen, im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Diakonie. Überlegungen in diese Richtung gibt es bereits. Denn auch dort, wo künftig „nur" noch jene Klienten leben sollen, die im geschützten Raum intensive Pflege und Betreuung brauchen, soll künftig mehr Inklusion stattfinden. Der Weg bis dahin wird allerdings kein leichter sein für die Diakonie Pfingstweid. Um den Anforderungen der Landesheimbauverordnung gerecht werden zu können, führt an Neubauten kein Weg vorbei, wie Lars Kehling beim Besuch der Grünen-Politiker betonte. Das Problem dabei: Neubauten an den bisherigen Heimstandorten sieht die Verordnung eigentlich nicht vor.

Diskussion im Konferenzraum
Diskussion im Konferenzraum

Mut machte ihm Thomas Poreski. „Wenn das Gesamtkonzept stimmt, darf man die Richtlinien nicht rigide auslegen", so der sozialpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Es sei hier zu berücksichtigen, was der Wille des Gesetzgebers sei – und den dürfe man durch falsche Auslegung von Richtlinien nicht konterkarieren.

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