Neuer Wohnraum-Stiftung Liebenau und Diakonie Pfingstweid gehen gemeinsam weiter

Foto: Andy Heinrich
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Durchweg positiv haben die Eriskircher Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Mittwoch die Präsentation des Projekts „Inklusives Wohnen im Quartier Schlatt“ zur Kenntnis genommen. Kern des Vortrages war die Absicht der Stiftung Liebenau und der Diakonie Pfingstweid, im Bereich der evangelischen Kirche gemeinsamen Wohnraum für behinderte Menschen zu schaffen. „Die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen des inklusiven Wohnens ist ein Novum und mehr als begrüßenswert“, sagte Bürgermeister Markus Spieth. 

Wie bereits berichtet, plant die Firma Plümer Wohnbau GmbH aus Eriskirch gemeinsam mit der Stiftung Liebenau im Wohngebiet Unteres Greuth in Schlatt den Bau eines Wohnkomplexes mit 21 Wohnungen (davon acht für behinderte Menschen). Wie nun näher bekannt wurde, wird die Diakonie Pfingstweid, ein eigenständiger, diakonischer Träger der Behindertenhilfe im Bodenseekreis, in unmittelbarer Nachbarschaft gegenüber der evangelischen Kirche, ebenfalls ein Wohnprojekt starten, welches laut dem pädagogischen Vorstand der Pfingstweid, Lars Kehling, 16 Wohneinheiten für Menschen mit seelischer, körperlicher oder geistiger Invalidität haben soll. 

Das besondere an beiden Vorhaben: Die jeweiligen Träger möchten im Bereich des inklusiven Wohnens eng zusammenarbeiten, um Synergien auf den unterschiedlichsten Ebenen zu bündeln. „Ein durchaus spannendes Thema für uns alle“, meinte Eriskirchs Bürgermeister Markus Spieth.

Leben und Vielfalt 

Sinn, Zweck und Ziel der Kooperation solle es sein, Leben und Vielfalt im Quartier für Mensch mit und ohne Einschränkungen anzubieten. „Wir möchten eine individuelle Teilhabe durch bedarfsorientierte, ambulante Assistenzleistungen ermöglichen, neue Wohnformen und individuelle Perspektiven entwickeln aber auch inklusive Strukturen an Ort und Stelle mitgestalten“, erklärte Jörg Munk, Geschäftsführer der Liebenau Teilhabe GmbH. Dabei sei es wichtig, die Eigenverantwortung und Partizipation zu fördern sowie im Sozialraum vorhandene Angebote und Strukturen zu nutzen. Lars Kehling: „Das Thema lautet Dezentralisierung. Weg vom stationären Leben und, sofern möglich, rein in das öffentliche Leben. Menschen mit Behinderungen benötigen die unterschiedlichsten Hilfen, ambulant wie stationär. Dazwischen gibt es ein Delta, dass wir durch unsere gemeinsame Zusammenarbeit ausgleichen wollen. Wir können uns gegenseitig Leistungen zuspielen, zum Wohle der Bewohner und der Gemeinschaft“. 

Bei den Eriskircher Räten kam das Vorhaben von Liebenau und Pfingstweid uneingeschränkt an. Uli Baur (FWV) sprach von einer Weltklasse-Idee, während Gudrun Schmid (CDU) bemerkte, dass die Idee einer Kooperation wie dieser in heutigen Zeiten wichtiger denn je sei. „Ich freue mich auf die Begegnung mit unseren neuen Bewohnern im Ort. Ich bin mir sicher, dass Schwellenängste über diese Idee schneller abgebaut werden“, sagte Gisela Walzer (FWV).

 

Andy Heinrich, Schwäbische Zeitung FN 28.04.2017

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