22.12.2020

17 Corona-Fälle bei Diakonie Pfingstweid bestätigt

Das Ergebnis der zehn positiven Schnelltests auf dem Stammgelände der Diakonie Pfingstweid hat sich erhärtet: Die zusätzlichen PCR-Tests der acht Klienten und zwei Mitarbeitenden sind mittlerweile positiv ausgefallen. Das hat Pfingstweid-Vorstand Lars-Kehling der „Schwäbischen Zeitung“ gegenüber geäußert. Hinzukommen sieben weitere positive PCR-Testergebnisse bei Klienten in einer Nachbarwohngruppe. Mitarbeitende dort seien nicht betroffen. Die neuen Fälle seien überraschend gewesen, sagt Kehling, denn die derzeit täglichen Schnelltests seien bisher jeweils negativ ausgefallen.

Die Abweichung könne daher kommen, dass die Infektion bei den sieben neuen Fällen möglicherweise schon abklinge, vermutet Kehling auf Basis der bisherigen Erkenntnisse. Das würde bedeuten, dass diese Coronainfektionen schlicht unentdeckt geblieben sind und so in die Zeit vor die Schnelltests fallen könnten.

Diese Argumentation fußt auf folgender Eigenschaft von Schnelltests, die auch das RKI auf seiner Homepage nennt: „Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt“. Das könne in der frühen Inkubationsphase oder auch in der späten Phase der Infektion sein.

Hier schlussfolgert Kehling, dass die Schnelltests im Lauf der letzten Tage ein positives Ergebnis hätten zeigen müssen, wenn die Infektion bei den sieben Klienten gerade eben erst ausgebrochen wäre. Denn diese hatten ja ein positives PCR-Testergebnis, aber seit Tagen ausschließlich negative Schnelltestergebnisse.

Teils seien die Erkrankten symptomfrei, manche hätten kurzzeitig aber leichte Erkältungssymtpome gezeigt, die wieder abgeklungen seien. Die vorläufig weiterlaufenden täglichen Schnelltests am Standort Pfingstweid sollen eine zügige Reaktion ermöglichen, falls weitere Ansteckungen auffallen. Das werde bis auf Weiteres stattfinden, äußerte Kehling.

In den Häusern, in denen die mittlerweile drei betroffenen Wohngruppen sind, wird es zudem erst einmal keine Besuche von außen geben. Hier sind zudem weitere PCR-Tests gelaufen, die Ergebnisse hierzu stehen noch aus. Bei allen anderen Klienten sind auch weiterhin Besuche möglich. Auch seien die Außenwohngruppen unauffällig gewesen.

Hintergrund der erweiterten Testung in den betroffenen Häusern ist, dass es trotz der Trennung der Wohngruppen gemeinsam benutzte Bereiche wie etwa Einhänge oder Treppenhäuser gibt. Auch würden Vertretungen zwar nur sehr sparsam eingesetzt, aber manchmal sei es organisatorisch gar nicht anders möglich, sagt Kehling.

Als Beispiel nennt er eine höhere Ausfallquote durch Quarantänen, wenn Mitarbeitende etwa als Kontakt aufgeführt seien. Diese Abwesenheit ließe sich aber in den jeweiligen Wohngruppen nur bedingt ausgleichen. Komme es zur Vertretung, hätten aber auch schon in der Vergangenheit immer besondere Vorsichtsmaßnahmen gegolten.

Derzeit seien die Mitarbeitenden in den betroffenen Häusern komplett unter anderem mit Schutzkitteln, FFP-2-Masken und Schutzbrillen ausgestattet, sagt Kehling. Das sei zwar im Arbeitsalltag überaus belastend, aber man wolle kein Risiko eingehen.

Natürlich sei man immer auf der Suche nach Löchern im Hygienekonzept, so der Pfingstweid-Vorstand, aus seinem Erleben heraus bestehe bei den Mitarbeitenden diesbezüglich aber eine große Disziplin. Die Gruppen würden weiterhin so gut wie möglich getrennt, aber natürlich komme es auch mal zu Begegnungen auf dem Gelände. Schließlich handle es sich um freie Menschen. Schwer werde es für die Personen, die gerade in Quarantäne seien, sagt Kehling. Diese dauere in jedem Fall bis nach den Weihnachtstagen an. Neben der Erkrankung sei das natürlich eine Katastrophe für die Klienten und ihre Angehörigen.

Artikel: Schwäbische Zeitung, Mark Hildebrandt, 22.12.2020

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