23.07.2018

Das Erfolgsmodell Paulinenstraße 70 wird 30 Jahre alt

Seit 30 Jahren bietet das Wohnheim in der Paulinenstraße 70 in Friedrichshafen Menschen mit Behinderung ein Zuhause. Was vor drei Jahrzehnten als Pionierstück begann, hat sich bald als Erfolgsmodell und Vorzeigeobjekt entwickelt

 

Foto: Diese vier Bewohner der Paulinenstraße sind seit der ersten Stunde mit dabei. Zweite Reihe von links: Lars Kehling (Vorstand Pfingstweid), Heide-Rose Rauch (Lebenshilfe) und Dorothee Horn (Kreisbehindertenbeauftragte). Vorne, zweite v. rechts: Andrea Schmidt- Stumpenhagen (Leiterin Wohnhaus)

 

In Zeiten, als das Thema Inklusion noch in den Kinderschuhen steckte und in weiten Teilen der Bevölkerung eher unbekannt war, haben Mitglieder des Vereins Lebenshilfe Bodenseekreis und der Diakonie Pfingstweid mit der Gründung des Wohnheimes einen mutigen Schritt gewagt. Grund genug, dies mit einer kleinen Feierstunde entsprechend zu würdigen. So kamen am Freitagmittag Bewohner, Eltern, Freunde und Bekannte sowie Betreuer und Mitarbeiter bei allerschönstem Sommerwetter im Garten der „Pauline“, wie das Heim genannt wird, zusammen. Von den acht Bewohnern im Alter zwischen 40 bis 59 Jahren sind vier Pioniere der ersten Stunde und von Anfang an dabei.

Nachdem Wohnheim-Leiterin Andrea Schmidt-Stumpenhagen alle Gäste begrüßt hatte, gratulierte Lars Kehling, Vorstand der Diakonie Pfingstweid, zum Jubiläum. „Wir sind stolz auf die Paulinenstraße. Sie bewegt mich im Herzen,“ offenbarte Kehling. Für das Wohnheim stünden allerdings im nächsten Jahr Veränderungen an. Aufgrund der neuen Landesheimbauverordnung müsse das Konzept der Paulinenstraße neu überdacht werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung für Sie finden werden. Sie werden alle ein Dach über dem Kopf haben,“ versprach Lars Kehling.

Glückwünsche in Verbindung mit einem kleinen Umschlag überbrachte Dorothee Horn vom Landratsamt. „Vor 30 Jahren wollten mutige Leute eine gute Situation für ihre Kinder schaffen. Mittlerweile haben wir viele solcher Wohnhäuser, aber die Paulinenstraße hat damals den Anfang gemacht,“ erzählte die Kreisbehindertenbeauftragte Horn. Auch Heide-Rose Rauch von der Lebenshilfe Bodenseekreis blickte in ihrer Rede auf die Anfänge der Paulinenstraße zurück. Auch wenn inzwischen schon vieles erreicht worden sei, müsse man immer dran bleiben. So wünscht sich Rauch noch mehr individuelle Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, vor allem mit Blick auf die Senioren mit Behinderung.

Kerstin Schwier, Schwäbische Zeitung Friedrichshafen

 

 

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