20.07.2018

Die Diakonie Pfingstweid wird zur Marke

Mitgliederversammlung informiert sich über Neubau in der Weinstraße – Pure Freude über eine richtige Entscheidung

Die Mitgliederversammlung und der Verwaltungsrat des Trägervereins Diakonie Pfingstweid e.V. - hat vor ihrer Sitzung am Donnerstagabend unter Führung ihres Vorsitzenden Dekan i.R. Werner Müller-Bay den Rohbau des gemeindeintegrierten Wohnhauses für 17 Menschen mit Behinderung in der Weinstraße 5 inspiziert. Dabei betonte er: „Mit diesem neuen Domizil verwirklichen wir als Diakonie Pfingstweid unser Verständnis von Inklusion“.

Der bei der Diakonie Pfingstweid für Strategie und Entwicklung zuständige Robin Waltner führte die Mitglieder durch die drei Geschosse, von denen die künftigen Bewohner den Blick auf das Schloss Montfort, Berge und Bodensee haben werden. Bezogen werden kann das dreistöckige Haus in bevorzugter Hanglage im November dieses Jahres. Werner Müller-Bay freut sich, dass die Pfingstweid mit dem Haus mitten in Tettnang angekommen ist und für die zukünftigen Bewohner, spätestens hier zu erfahren, Teil einer Stadt zu sein und neue, noch andere Beziehungsgeflechte zu erleben als bisher. Dies alles verbunden mit dem Charme, nicht weit weg von Pfingstweid zu sein und die bisherigen Freunde besuchen zu können. Sein Dank galt den Nachbarn, die keinerlei Berührungsängste gegenüber den neuen Bewohnern gezeigt haben.

In der anschließenden Mitgliederversammlung zeigte sich auch Vorstandsmitglied Lars Kehling glücklich über die Entscheidung, das ehemalige Hotel Garni gekauft, abgerissen und bebaut zu haben. „Gott sei Dank haben wir das durchgezogen“, sagte er. Werner Müller-Bay dankte Kehling und dessen Vorstandskollegen Dirk Mußmann für die Unterstützung hin zu dieser nicht einfachen aber richtigen Entscheidung. Kehling blickte noch einmal zurück ins Jahr 2011, als man einen Mietvertrag unterschrieben hat und ins Jahr 2012, als man zur Erkenntnis gelangt war, dass mit dem ehemaligen Garni nichts anzufangen ist. Man kaufte das marode Hotel, bestellte die Abrissbirne und baute eine „Perle“ in die Weinstraße. Die „Exit-Strategie“, so der Vorstand, hat sich als richtig erwiesen, „der Verwaltungsrat hat Vorbildliches geleistet und große Weitsicht bewiesen“. In der Weinstraße in Tettnang habe man in fußläufiger Nähe alles was man brauche und verliere die Kontakte nach Pfingstweid nicht.

In einem Rückblick streifte Lars Kehling den aufgewerteten Erlebnisgarten an der Hegenenstraße, der vorher eine Wiese war und jetzt ein beliebter Förder- und Betreuungsbereich geworden ist, für dessen Neugestaltung man eigentlich keinen Cent Fördermittel erhalten hatte. Azubi von ifm, Gartengestalter, Schüler und viele Helfer aus der Diakonie packten an, waren kreativ und sorgten dafür, fast ausschließlich mit caritativen Drittmitteln diesen besonderen Garten zu gestalten.

Darüber hinaus stellte er den Diakonie-Masterplan für eine Bebauung bis 2030 in Pfingstweid vor. Die Quartiersplanung steht, mit der Stadt finden gute Gespräche statt und schon dieses Jahr wollte man mit dem Bau von zwei pflegegerechten Häusern beginnen. Doch es gab plötzlich keine Fördermittel mehr und die neuen Förderrichtlinien sehen keine Förderung mehr vor. Eine Re-Finanzierung gibt es nur über die Belegung. Gleichwohl will die Diakonie „den Kopf nicht in den Sand stecken“, wie sich Kehling Mut machte. Man werde sich dem Thema „Pflege“ stellen, denn das sei das Thema der Zukunft.

In der Diskussion wurde an den Jahrestag 30 Jahre Lebenshilfe in der Friedrichshafener Paulinenstraße erinnert. Während heute alle über Inklusion redeten, habe man dort damals schon gemeinsames Wohnen vor Ort eingeführt. Die Kommunen befänden sich bei dem Thema „brutal in der Pflicht“ - und Baden-Württemberg laufe der Entwicklung hinterher, wurde bemerkt.

Vorsitzender Werner Müller-Bay sieht die Diakonie Pfingstweid auf dem Weg zu einer Marke. Einem Produkt, von dem man weiß, dass die zu betreuenden Menschen hier vorbildlich beheimatet sind.

Foto v.l.: Norbert Kiwatsch, Lars Kehling und Dirk Mußmann (Vorstände Diakonie Pfingstweid), Heidi Jacknau, Alfred Wahl, Beate Lemp, Daniel Grad, Jürgen Kegelmann, Peter Hauswald, Werner Müller-Bay, Siegfried Mast

 

Links