09.05.2017

Erlebnisgarten

Diakonie Pfingstweid schafft mit viel Unterstützung ein Angebot für Schwerstbehinderte. Claudia Joos (links) und Astrid Stephan sind die Motoren des Projekts „Erlebnisgarten“.

Text Siegfried Großkopf, Schwäbische Zeitung 28.08.2017

Privatleute, Vereine und Unternehmen haben mit Spenden von insgesamt 50 000 Euro dazu beigetragen, Auszubildende der ifm bis in die Nacht Hand angelegt, Studenten der Fakultät Landschaftsarchitektur der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen haben planerische Ideen eingebracht und Mitarbeiter der Diakonie besonders engagiert an dem mitgewirkt, was jetzt fertig ist: Ein Erlebnisgarten für mehrfach und schwerstbehinderte Menschen in der Pfingstweid. Das freut insbesondere Astrid Stephan, Bereichsleiterin Tagesstruktur, und Claudia Joos, verantwortlich für Marketing und Fundraising.

Die Veränderung in der Hegenenstraße rechts an der Einfahrt zur Diakonie Pfingstweid ist unübersehbar: Wo früher eine wilde Wiese wuchs, ist auf rund 1000 Quadratmetern ein Erlebnisgarten für nicht gerade verwöhnte Menschen entstanden. Speziell für Klienten, die nicht in der Lage sind, die Natur außerhalb ihrer Einrichtung zu genießen, ist hier ein Bereich der Sinneswahrnehmung geschaffen worden, in dem sie die Sonne auf der Haut spüren können, einfach ein Loch graben dürfen, um zu fühlen, was sich unter der Grasnarbe befindet, Gerüche wahrnehmen, sich auf der Spielwiese tummeln, sich in Ruhezonen zurückziehen können, lernen, wenige Treppenstufen alleine zu bewältigen, einen Barfußpfad zu begehen oder sich einfach in der Nestschaukel den Wind um die Nase wehen lassen.

Kurz vor Weihnachten vor einem Jahr hat Marketingleiterin Claudia Joos einen Spendenaufruf für die Idee des Erlebnisgartens gestartet, nachdem es dafür keine öffentlichen Fördergelder gab. Die Resonanz bei Privatleuten, Vereinen und Unternehmen war überwältigend: Landschaftsarchitektin Birgit Kröniger von der Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt und Stadtplanung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen hat sich mit Studenten des zweiten Semesters um die 70 Stunden auf dem Gelände umgeschaut. Anschließend machten die angehenden Gartenbauarchitekten Gestaltungsvorschläge, führten Interviews, um das beste Ergebnis zu erreichen.

Viel Hilfe bei der Umsetzung

Ohne sie, die Studenten, wäre der Garten nicht möglich geworden. Claudia Joos, zusammen mit Astrid Stephan Motor des Vorhabens, hat in der Folge den Gartenbaubetrieb Müller in Weingarten ins Boot geholt. Auf die Frage, ob man bei der Umsetzung helfe, trafen beide wie bei vielen anderen auf offene Ohren.

Seit 30 Jahren arbeitet die Diakonie mit der Firma ifm zusammen, die mit ihren Auszubildenden regelmäßig Charity-Projekte unterstützt. Drei Tage und selbst nachts unter von der Feuerwehr bereit gestelltem Licht waren 55 ifm-Azubis mit Ausbildungsleiter Bernhard Bentele und Coaches von Esperanza zu Gange, um mit fachlicher Begleitung das Geplante umzusetzen und Materialien zu besorgen. Jetzt gibt es dort Hochbeete mit Kräutern, Salat und Blumen, kann dort der Umgang mit Pflanzen erlebt werden. Ein Park zum Spazierengehen sollte dort nicht entstehen.

Viele Firmen halfen mit. Beispiele: Die Nestschaukel stiftete der Lionsclub Montfort Tettnang, die Narrenzunft Bürgermoos spendete 1111 Euro und strich das Gartenhaus, über 25 Mitarbeiter der Diakonie unter Beteiligung von Therapeuten und Heilpädagogen sowie das Diakonische Werk Württemberg trug mit seinem Spendenfonds zur Gemeinschaftsaktion bei, die in Grundzügen fertig, aber noch nicht ganz abgeschlossen ist. Klangspiele sollen noch integriert werden, Spielgeräte und einige Feinheiten, für die noch einmal Finanzmittel notwendig sind.

Spenden kann man unter dem Kennwort „Erlebnisgarten“ auf dem Konto IBAN: DE37 6905 0001 0025 0000 50, BIC: SOLADES1KNZ (Sparkasse Bodensee).