29.01.2018

Die Diakonie Pfingstweid freut sich über den Fortschritt

Ende 2018 sollen die ersten Menschen mit Behinderung einziehen

Der Rohbau in der Weinstraße steht, bald können beim Bauprojekt der Diakonie Pfingstweid die Trockenbaumaßnahmen beginnen: Auf drei Stockwerken entsteht bis Ende des Jahres ein Haus für Menschen mit Behinderung. Ziel sei es, das Gebäude bis Ende Oktober fertig zu haben, sagt Robin Waltner. Er ist bei der Diakonie Pfingstweid zuständig für Strategie und Entwicklung. Darunter fallen auch Bauprojekte wie das in der Weinstraße.

Im Oktober war Spatenstich des 1,78 Millionen Euro teuren Bauwerks. Das Gebäude weist einige Besonderheiten auf. Da es am Hang gebaut wird, musste der Untergrund mit Brunnenringgründungen verstärkt werden, eine zusätzliche Bewehrung soll verhindern, dass der Hang ins Rutschen gerät. Und: Betreten wird es über das Dachgeschoss. Das Vorhaben geht zügig voran, freut sich Waltner über den Vorsprung von einer Woche: „Mit dem Rohbau ging es schneller voran als ursprünglich geplant. Wir liegen sehr gut in der Zeit.“

Gebäude für 17 Menschen

15 Wohneinheiten soll es geben, darunter zwei Appartements für Paare. Insgesamt werden 17 Bewohner im Gebäude Platz finden. In den zwei Appartments gibt es neben dem Schlafzimmer ein Wohnzimmer mit kleiner Einbauküche, ansonsten enthalten die Einzelzimmer Bett, Schrank, Tisch und Stuhl. Hinzu kommt jeweils ein Sanitärbereich pro Appartement oder für jeweils zwei Zimmer. Bewohner könnten aber auch eigene Möbel mitbringen, sagt Waltner.

Das ganze Projekt steht unter dem Zeichen der Inklusion. Große Anlagen sind politisch nicht mehr gewollt. Stattdessen sollen Menschen mit Behinderung stärker ins Gemeinwesen einbezogen werden. Unter diesem Vorzeichen steht auch der Bau externer Wohngruppen wie in der Weinstraße. Das Projekt in Tettnang ist dabei nur eines von mehreren, das die Diakonie gerade vorantreibt oder beendet hat. Weitere Beispiele sind Salem oder Eriskirch.

Im Fokus steht, je nach Form der Behinderung, ein möglichst hohes Maß an Eigenständigkeit. Die Nähe zum Zentrum und zu Arbeitsplätzen soll das ermöglichen. „Die Klienten sollen hier autark und eigenständig leben", hatte Melanie Süß-Scharf, Bereichsleiterin bei der Diakonie Pfingstweid, schon beim Spatenstich gesagt.

15 Quadratmeter pro Raum

Eine Besonderheit ist die Größe der Räume. Gesetzlich gefordert sind 14 Quadratmeter pro Zimmer, in der Weinstraße sind es 15 Quadratmeter. Dadurch kann die Diakonie die Förderung der Aktion Mensch nutzen, die 250 000 Euro beträgt. Hinzu kommen 650 000 Euro des Kommunalverbands für Jugend und Soziales. Die restliche Finanzierung läuft über Kredite und Eigenkapital.

Zu den Zimmern kommen auf jeder Etage Sozialräume, im Dachgeschoss gibt es zudem ein Wohlfühlbad und das Dienstzimmer fürs Personal. Ansonsten befinden sich auf jeder der drei Etagen einen Sozialbereich mit gemeinsamer Küche sowie einem Ess- und Wohnzimmer. Die Wohnräume gehen Richtung Schloss und See, die Sozialräume liegen in Richtung der St. Gallus-Kirche.

Dass das Gebäude direkt von Beginn an voll belegt sein wird, glaubt Waltner nicht: „Normal sind bei solchen Projekten 50 bis 70 Prozent.“ Sprich: Die Räume und Appartements werden erst nach und nach belegt werden. Was den neuen Bewohner auch genug Möglichkeit gibt, sich sowohl an ihre Nachbarn als auch an die Umgebung zu gewöhnen.

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