18.11.2021

Umzug in neue Gebäude stehen bevor

Eine Einweihungsfeier in kleinem Rahmen hat es am Mittwochnachmittag bei der Diakonie Pfingstweid gegeben. Zwei neue Wohnhäuser für insgesamt 48 Klienten mit hohem Pflegebedarf sind als Ersatz für die in die Jahre gekommenen Bestandsbauten auf dem Stammgelände der Diakonie entstanden. Unter strenger Beachtung der Corona-Regeln fand in der Kapelle eine feierliche Andacht mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Dekan i. R Werner Müller-Bay, statt.

Müller-Bay sprach über die Umkehr zu neuen Wegen, nur so könnten Veränderungen verwirklicht werden. Musikalisch untermalt wurde die Andacht von Max Junkert am Keyboard und Beate Kummer auf der Querflöte. Der Kaufmännische Vorstand, Dirk Mußmann, dankte bei der Begrüßung allen Personen und Gruppen, die an der Realisierung des Neubaus beteiligt waren. Nach der Andacht traf man sich zwischen den neuen Gebäuden D und E. Dort bot Gerhard Heinzelmann vom Fertighaushersteller Schwörer Haus Eckdaten zu den Häusern und einen Rückblick auf die in der Bauphase entstandenen unvorhergesehenen Schwierigkeiten und deren Lösung.

Pfarrerin Martina Kleinknecht-Wagner segnete die Gebäude und betete um Gottes Schutz für Bewohner und Häuser. Sie überbrachte Grüße sowie gute Wünsche von der Martin-Luther Gemeinde Tettnang. Außerdem wünschte sie der Diakonie weitere Impulse, um neue Wege zu gehen. Nach Heinzelmanns Richtspruch für zwei Häuser mit besonderen Menschen und dem Hochlebenlassen der Mitarbeiter und Bewohner der Diakonie, konnten die neuen Räume besichtigt werden.

Bewusst wurden die beiden neuen Wohnhäuser so gestaltet, dass es kaum zu sehen ist, dass hier Menschen mit hohem Pflegebedarf wohnen werden, so Mußmann. Sie wirken modern, hell und geräumig. Die Häuser beherbergen zwei Wohnbereiche für jeweils zwölf Klienten. Jeder hat ein eigenes Zimmer. Ein großes Wohnzimmer, Bad und eine geräumige Küche mit Oberlicht werden gemeinsam genutzt. Mit Sesseln und kleinen Tischen ausgestattete Bereiche bieten die Möglichkeit, sich mit Besuchern zurückzuziehen und dabei einen beeindruckenden Blick auf das Tettnanger Schloss und ins Grüne zu genießen. Große überdachte Balkone im ersten Stock und eine Terrasse im Erdgeschoss bieten Freiraum.

Aufregung gehört bei einem Umzug dazu.

Umgezogen wird ab Kalenderwoche 47. Laut Claudia Konrad, Bereichsleiterin Wohnen, werden in Haus E Senioren und demente Menschen einziehen, Haus D wird im Erdgeschoss von jungen Klienten und im Obergeschoss von Senioren bewohnt. Es gibt für jedes Haus einen Tag- und Nachtdienst sowie eine Wohngruppenleitung.

Bis alle Bewohner umgezogen sind und sich in der ungewohnten Umgebung zurechtfinden, wird es noch einige Aufregung geben, sind sich die Wohngruppenleiterinnen und Claudia Konrad einig.

An Bedürfnisse der Bewohner angepasst.

Die beiden neuen pflegegerechten Häuser haben einen identischen Grundriss und verfügen über jeweils 1100 Quadratmeter Grundfläche. Auf zwei Ebenen sollen künftig jeweils zwölf Klienten mit körperlicher oder geistiger Behinderung in sogenannten Appartments wohnen. Dabei hat jeder Klient sein eigenes Zimmer, jeweils zwei Bewohner teilen sich ein Badezimmer. Durch zahlreiche Details, die an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst sind, unterscheiden sich die Neubauten von normalen Wohnhäusern: Überall sind etwa besonders breite Schiebetüren verbaut, sodass auch Bewohner im Rollstuhl oder im Pflegebett problemlos hindurchfahren können. Auch die Küche im Erdgeschoss ist niedriger gebaut als die Norm, um sie rollstuhlgerecht zu gestalten.

Ebenfalls eine Besonderheit ist ein sogenannter Snoezelen-Raum im Erdgeschoss für eine spezielle, aus den Niederlanden stammende, Therapieform. Dabei wird auf Entspannung und die Einbindung aller Sinne abgezielt.

18.11.2021, SchwÄZ: Tettnang, Anette Rössler, Bild Anette Rössler

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