23.10.2017

Wohnhaus in Salem ist eingeweiht

Exakt 16 Monate nach dem Spatenstich ist am Freitag die Einweihung des Wohnheims gefeiert worden. Viele Gäste aus der Gemeinde und der Diakonie, natürlich die ersten Bewohner mit Angehörigen und viele am Bau Beteiligte fanden sich ein, um das Erlebnis gemeinsam zu feiern.

„Anfang September sind die ersten fünf Bewohner eingezogen“, sagte Melanie Süß-Scharf, Wohnbereichsleiterin der Diakonie Pfingstweid. 18 Bewohner würden in das Wohnheim einziehen, verteilt auf drei Wohnungen. Werner Müller-Bay, der Vorsitzende des Verwaltungsrats, übernahm die geistliche Einweihung. „Wir wollen das Haus unter Gottes Schutz und Segen stellen“, so der Dekan im Ruhestand. Das Wohnheim solle mit Beständigkeit, Liebe, Leben und Inhalt gefüllt werden. Der Hausbau sei abgeschlossen und überaus gelungen, worüber man sehr dankbar sei. Der Geist der Liebe solle herrschen und das Haus mit Leben gefüllt werden.

 

„Wir sind einen langen Weg gegangen von den Planungen bis zum Ende der Bauphase“, sagte Diakonie-Vorsitzender Lars Kehling Die anfängliche Aussage des Gemeinderats, Salem wolle eine inklusive Gemeinde sein, habe sich erfüllt. „Wir haben uns immer willkommen gefühlt“, so Kehling. Gemeinsam sei man durch Höhen und Tiefen gegangen, schließlich zu einem erfolgreichen Ergebnis gekommen. „Die Bewohner sollen im Mittelpunkt stehen, nicht das Bauwerk“, betonte Kehling.

„Der Bau war eine Herausforderung“, sagte Ulrich Müllerschön. Der Leiter des Sozialamts Friedrichshafen betonte, dass sich die Bewohner gegenseitig Halt geben und das Heim zu einer Heimat werden lassen sollten. „Nehmen Sie sich Zeit, das Haus in Besitz zu nehmen“, so Müllerschön. Die Begrüßung für die Gemeinde übernahm Bürgermeister-Stellvertreterin Ursula Hefler. „Wir wollen den Bewohnern den Raum geben, um mit uns gemeinsam im alltäglichen Leben zu leben“, so Hefler. Die Inklusion und Integration sei für die Gemeinde eine Herzensangelegenheit. Der Standort sei mit der zentralen Lage mitten im Ort gut gewählt. Beim Richtfest habe Lars Kehling betont, das Wohnheim und seine Bewohner mache Salem bunter, dem entgegnete Hefler: „Wir freuen uns darauf.“

Die Fragen nach Bauzeit und Baukosten beantwortete Alfred Vögele vom Architekturbüro Kienzle, Vögele und Blasberg aus Friedrichshafen. „Wir liegen knapp unter den veranschlagten Baukosten von 2,2 Millionen Euro“, so Vögele. Die geplante Bauzeit sei lediglich um eine Woche überschritten worden. Durch die vielen Auflagen wie Brandschutz, Barrierefreiheit und Heimbauverordnung sei die Bauzeit von Reduzierung, Minimierung und Optimierung geprägt gewesen.

„Das Ziel war ein Haus, mit dem sich die Klienten identifizieren können“, sagte Vögele. Zum Erfolg könne so ein Projekt nur führen, wenn alle Beteiligten zusammen arbeiten und an einem Strang zögen. Die gute Stimmung im Haus sei wichtig, weswegen er das passende Geschenk dabei habe. „Ein Barometer, auf dem nur schönes Wetter angezeigt wird.“

Für die Heimbetreuer hatte Wohnbereichsleiterin Melanie Süß-Scharf eine kleine Überraschung parat, einen süßen Schlüssel aus Hefeteig, der zum Vernaschen einlud. Und dann standen die modernen und lichtdurchfluteten Wohnungen, die von den Bewohnern freigegeben wurden, zur Besichtigung bereit. Im Garten machten es sich die Kaffeegäste in der Sonne gemütlich, darunter Ex-Bürgermeister Friedrichshafen Peter Hauswald.

Auf einen Blick: Die Diakonie Pfingstweid hat in Mimmenhausen ein Wohnheim für 18 Personen mit besonderen Bedürfnissen gebaut. Ursprünglich für 24 Bewohner geplant sei das Haus etwas verkleinert worden, zusätzliche Parkplätze wurden eingeplant.

Claudia Pohl, Schwäbische Zeitung Markdorf