23.01.2026

Inklusion ist, wenn es ganz selbstverständlich ist

Eine Erfolgsgeschichte: Seit 25 Jahren unterstützt eine Arbeitsgruppe der Werkstätten der Diakonie Pfingstweid den ZF-Aftermarket beim Verpacken von Ersatzteilen.

Das Gruppenbild Bild zeigt v. l. n. r.:

Patrick Trieb, Werkstatt- und Standortleitung WfbM FN, Diakonie Pfingstweid e.V.

Christian Meichle, Standortleitung Division N, ZF AG

Arndt Götzfried, Bereichsleitung Tagesstruktur, Diakonie Pfingstweid e.V.

Andreas Denzinger und Rudi Marcher, beides Klienten der WfbM Pfingstweid in der betriebsintegrierten Arbeitsgruppe ZF

Jürgen Sammer, Standortleiter der Division B, ZF Aftermarket

Jochen Trieb, Vorstand, Diakonie Pfingstweid e.V.

Yusuf Yücel, Leiter operative Logistik, ZF Aftermarket

 

Kartons falten, Ersatzteile verpacken, gemeinsam anpacken. Was für viele Beschäftigte zum kollegialen Arbeitsalltag gehört, ist für die betriebsintegrierte Arbeitsgruppe der Werkstätten der Diakonie Pfingstweid seit 25 Jahren gelebte Teilhabe und viel mehr als „ein Job“ in der Logistik. Am Standort Friedrichshafen sind die Kollegen aus dem ZF-Aftermarket nicht mehr wegzudenken, denn sie stehen beispielhaft dafür, wie Inklusion im industriellen Alltag ganz selbstverständlich und erfolgreich umgesetzt wird.

Was im Januar 2001 mit einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe der Werkstätten der Diakonie Pfingstweid begann, ist heute eine bis zu 30-köpfige Gruppe, die den ZF-Aftermarket im Werk 2 beim Verpacken von Ersatzteilen unterstützt. Die Gruppe umfasst Frauen und Männer aller Altersstufen – von jungen Erwachsenen bis zu Menschen im Rentenalter.

Es sind Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen und individuellen Voraussetzungen, die vor Ort von pädagogischen Fachkräften begleitet und betreut werden. Zwei der damaligen „Pioniere“ sind bis heute dabei. „Und das mit vollem Herzblut“, sagt Arndt Götzfried, Bereichsleiter Tagesstruktur der Diakonie Pfingstweid.

Die Wurzeln der Zusammenarbeit zwischen ZF und der Diakonie Pfingstweid reichen weit ins letzte Jahrhundert zurück. Bereits in den Achtzigerjahren bearbeiteten Pfingstweid-Kollegen Verpackungsaufträge, damals noch in den Werkstätten der Diakonie. Mit dem Umzug in Räumlichkeiten innerhalb des ZF-Wareneingangs im Werk 2 im Jahr 2001 änderte sich vieles: Die Wege wurden kürzer, die Abläufe direkter und der Austausch noch enger. Der Startschuss für eine echte betriebsintegrierte Arbeitsgruppe war gefallen.

Als Mann der ersten Stunde und federführend Veranwortlicher hat sich Patrick Trieb damals den Aufgaben der Zeit gestellt und das scheinbar Unmögliche gewagt. Dass sich daraus in den vergangenen Jahrzehnten eine außerordentliche Erfolgsgeschichte entwickelt hat, steht außer Frage. Für die Diakonie Pfingstweid bedeutet die Zusammenarbeit weit mehr als nur Beschäftigung. „Die Integration in einem Betrieb dieser Größenordnung hat große Bedeutung für unsere hier tätigen Beschäftigten. Wir sind hier ganz nah am ersten Arbeitsmarkt“, betont Jochen Trieb, Vorstand der Diakonie Pfingstweid. „Die Tätigkeit in der betriebsintegrierten Arbeitsgruppe bringt nicht nur eine sinnstiftende Tagesstruktur mit sich, sie ist auch mit gesellschaftlicher Würdigung und kollegialer Anerkennung verbunden. Und nicht zuletzt wird durch das direkte Feedback der Kunden das Selbstwertgefühl unserer Klienten gestärkt.“

Auch auf ZF-Seite wird die Partnerschaft hochgeschätzt. „Für uns steckt hinter der Kooperation mit der Diakonie Pfingstweid weit mehr als der Inklusionsgedanke. Alle hier im Betrieb schätzen die kollegiale und verlässliche Zusammenarbeit an jedem einzelnen Arbeitstag“, sagt Yusuf Yücel, Leiter operative Logistik, ZF Aftermarket.

Was uns besonders stolz macht, ist, dass wir nicht nur Auftraggeber und Dienstleister sind, sondern echter Partner. Die gelebte Inklusion, die hohe Identifikation mit unserem Unternehmen und die Qualität der täglichen Arbeit bereichern unsern Arbeitsalltag und verdienen höchsten Respekt. Als Gastgeber dieses Jubiläums danke ich allen Beteiligten für 25 Jahre Zuverlässigkeit, das große Engagement und die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit“, ergänzt Jürgen Sammer, Standortleiter der Division B.

Diese Wertschätzung zeigt sich auch im täglichen Miteinander. Seit vielen Jahren liefert die Arbeitsgruppe ein Top-Arbeitsergebnisse: gleichbleibend hohe Qualität, Einhaltung der vereinbarten Qualitätsstandards und sie überzeugt durch eine ausgeprägte Lösungsorientierung. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Aufgaben erfüllt werden, schafft Vertrauen und ist ein zentraler Pfeiler der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Der Arbeitsalltag der betriebsintegrierten Arbeitsgruppe folgt dabei klaren Strukturen: Arbeitsbeginn ist zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr, Feierabend um 16 Uhr. Dass alle Mitglieder der Arbeitsgruppe über einen ZF-Werksausweis verfügen, stärkt zusätzlich die Identifikation mit dem Arbeitsplatz, so die Erfahrung von Patrick Trieb, heute Werkstatt- und Standortleiter Friedrichshafen. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen von ZF- Kollegen. Hier wird ein echtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich gelebt – und das schon seit langer Zeit, als der Begriff Inklusion noch nicht geläufig war.“

All das ist mehr als Routine. Es ist Teil eines Arbeitsalltags, der seit 25 Jahren von Verlässlichkeit, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Auch nach einem Vierteljahrhundert ist diese Zusammenarbeit kein Selbstläufer, sondern Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses von Verantwortung, Qualität und Miteinander. Ein Weg, den ZF und die Diakonie Pfingstweid noch lange gemeinsam weitergehen wollen.

 

 

Aus aktuellem Anlass:

Die wirtschaftliche Situation macht auch vor der Werkstättenlandschaft nicht halt. Wir versuchen an unseren Werkstattstandorten berufliche Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen mit professioneller Dienstleistung für die Industrie zur verbinden.

Derzeit haben wir vor dem Hintergrund der rezessiven Entwicklungen freie Kapazitäten. Gerne stellen sich die Werkstätten der Diakonie Pfingstweid auch in Ihren Dienst und erbringen nach DIN ISO 9001:2015 zertifizirte Dienstleistungen. Wollen auch Sie mit uns gelebte Inklusion wagen?

Kommen Sie auf uns zu, wir freuen uns über Ihren Vorstoß!

Kontakt:

Elena Olbrich, Werkstatt- und Standortleitung Pfingstweid und Tettnang

Mail: elena.olbrich@pfingstweid.de

Patrick Trieb, Werkstatt- und Standortleitung Friedrichshafen

Mail: patrick.trieb@pfingstweid.de